Kurz gesagt

  • Mein Favorit: Paste. Zuverlässig, einfach zu bedienen, einfach rund. Wenn der Preis Sie nicht abschreckt, gibt es nichts Besseres.
  • Ohne Abo: PastePal. Fast so gut wie Paste, für einmalig 17,99 €. Für die allermeisten reicht das vollkommen.
  • Kostenlos: Maccy. Schlank, quelloffen, und Ihre Daten bleiben auf dem Mac.
  • Für Power-User: Alfred und Raycast. Beide können viel mehr, aber die Zwischenablage ist dort nur Nebensache. Bei Alfred steckt der Verlauf im Powerpack, Raycast bringt ihn kostenlos mit.
  • Schon an Bord: Spotlight. Seit macOS 26 Tahoe hat der Mac einen eigenen Verlauf. Mir ist er zu knapp und zu unzuverlässig.

Wozu ein Clipboard-Manager?

Die klassische Zwischenablage hat nur ein Fach. Was Sie neu kopieren, verdrängt das Alte. Ein Clipboard-Manager hebt dagegen alles auf: Texte, Links, Bilder und je nach App auch Dateien. Per Tastenkürzel holen Sie jeden Eintrag zurück, statt die Quelle noch einmal zu suchen.

Richtig praktisch wird es mit Sammlungen. Antworten, Adressen oder Code-Schnipsel, die Sie immer wieder brauchen, legen Sie einmal ab und haben sie in Sekunden parat. Genau hier unterscheiden sich die Apps am stärksten, und daran entscheidet sich, welche zu Ihnen passt.

Die Apps im Überblick

1. Paste

Paste auf iPad, MacBook und iPhone
Bild: Paste, Media-Kit

Paste nutze ich fast seit der ersten Version, und für mich ist es bis heute die beste App in dieser Kategorie. Alles funktioniert zuverlässig, abgestürzt ist sie mir nie, und sie macht seit Jahren genau das, was sie soll. Die Bedienung versteht man sofort. Paste ist einfach eine super runde App.

Dabei kann Paste eine Menge. Der Verlauf ist unbegrenzt und durchsuchbar, sogar nach Text in Bildern. In Pinboards sammeln Sie, was Sie immer wieder brauchen, etwa Textvorlagen, Links oder Adressen. Über iCloud ist alles auch auf iPhone und iPad da. Und per Regel legen Sie fest, welche Apps Paste gar nicht erst mitschreibt.

Der Haken ist der Preis. Paste läuft im Abo, und das ist deutlich teurer geworden. Im App Store kostet es 34,99 € im Jahr oder 3,99 € im Monat, die Lifetime-Lizenz 99,99 €. Ich selbst habe noch das alte Legacy-Abo zum früheren, viel günstigeren Preis. Wer Setapp abonniert hat, bekommt Paste für den Mac dort ohne Aufpreis. Eine Woche lang können Sie kostenlos testen. Voraussetzung ist macOS 14. Mein Fazit: Wenn Sie der Preis nicht abschreckt, ist Paste mein absoluter Favorit.

2. PastePal

PastePal-Hauptfenster mit dem Verlauf, nach App und Inhaltstyp filterbar
Bild: PastePal, Mac App Store

Weil ich vom Abo wegwollte, habe ich mir PastePal genau angesehen. Auf den ersten Blick sieht es fast aus wie Paste, und es ist richtig gut. Auch der Funktionsumfang ist ähnlich: Sammlungen, Suche mit Filtern, Abgleich über iCloud. Bezahlt wird nur einmal. Pro kostet 17,99 € im App Store, und der Kauf gilt für Mac, iPhone und iPad. Der Download ist kostenlos, Sie können also erst einmal reinschauen.

Warum hinter Paste? Wer von Paste kommt, muss sich ein bisschen reinfuchsen. Vieles sieht gleich aus, funktioniert aber ein kleines bisschen anders. Und an einigen Ecken merkt man, dass PastePal nicht ganz so ausgereift ist. Trotzdem gilt: Wer einen Einmalkauf sucht, dem empfehle ich PastePal ohne Zögern. Für 99,9 % der Nutzer reicht es vollkommen.

Zwei Tipps noch. Neben der App-Store-Fassung gibt es eine separate Lizenz, die nur für einen Mac gilt und keine iPhone- und iPad-App enthält. Ich würde zum App Store greifen. Und sensible Inhalte ignoriert PastePal erst, wenn Sie das in den Einstellungen festlegen (Versionshinweise). Die App-Store-Version braucht macOS 14.

3. Maccy

Maccy öffnet den Verlauf als Menü unter der Menüleiste, daneben die Details zum gewählten Eintrag
Bild: Maccy, Mac App Store

Maccy ist das Gegenteil von Paste, und genau das macht es sympathisch. Ein kleines Menü in der Menüleiste, ein Tastenkürzel, lostippen, fertig. Kein Abo, keine Cloud, kein Schnickschnack. Häufig gebrauchte Einträge heften Sie oben an. Der Verlauf bleibt auf Ihrem Mac, der Quellcode ist offen (MIT-Lizenz).

Die Open-Source-Version ist kostenlos. Wer die Entwicklung unterstützen möchte, kauft Maccy für 9,99 € im Mac App Store. Nötig ist macOS 14 Sonoma. Warum nur Platz 3? Maccy kann bewusst wenig, einen Abgleich mit iPhone und iPad gibt es nicht. Wer nur an einem Mac arbeitet und nichts ausgeben will, ist mit Maccy aber bestens bedient.

4. Alfred mit Powerpack

Alfred ist der Klassiker unter den Mac-Launchern. Ich nutze ihn seit etlichen Jahren immer wieder, ich glaube, seit Version 2 oder 3. Alfred ist ein mächtiges Werkzeug, das weit mehr kann als Zwischenablage. Er ersetzt auf Wunsch Spotlight, schreibt Textbausteine per Kürzel selbst aus und lässt ganze Abläufe automatisch laufen. Für Power-User ist Alfred ein absoluter Tipp, und jeder sollte ihn einmal ausprobiert haben.

Warum nur Platz 4? Mir war Alfred am Ende zu viel und zu kompliziert, weil ich die meisten Funktionen gar nicht genutzt habe. Und die Zwischenablage ist hier nur eine Funktion von vielen. Sie funktioniert, ist aber nicht so gut eingebunden wie bei Paste und PastePal und etwas umständlicher. Sie ist eben nicht das Hauptfeature. Wer nur einen Verlauf sucht, ist mit Paste oder PastePal besser bedient. Wer aber Spotlight ersetzen und Abläufe automatisieren will, sollte sich Alfred unbedingt ansehen.

Der Verlauf gehört zum kostenpflichtigen Powerpack und muss erst eingeschaltet werden. Das Powerpack kostet einmalig 34 £, mit lebenslangen Upgrades 59 £. Alfred verkauft nur in britischen Pfund. Wer jetzt kauft, bekommt das kommende Alfred 6 dazu. Alfred 5 läuft ab macOS 10.14.

5. Raycast

Raycast-Suchfenster, unter den Vorschlägen der Befehl „Clipboard History“
Bild: Raycast, Presse-Kit

Auch Raycast habe ich eine Weile genutzt. Raycast ist wie Alfred ein Launcher, also eine Art Spotlight mit vielen Extras, und super umfangreich. Es wirkt aber moderner als Alfred. Viele Funktionen gefallen mir, und für Power-User ist Raycast ein gutes Werkzeug. Der Zwischenablage-Verlauf ist eingebaut und kostenlos: Texte, Bilder, Dateien und Links, durchsuchbar und nach Typ filterbar. Auf Wunsch fügt Raycast Inhalte ohne Formatierung ein.

Bei der Zwischenablage gilt aber dasselbe wie bei Alfred: Alles funktioniert, ist aber umständlicher als bei Paste und PastePal. Warum nur Platz 5? Ich habe Raycast irgendwann nicht mehr genutzt, weil ich nur ganz wenige Funktionen gebraucht habe. Vieles davon steckt inzwischen in der neuen Spotlight-Suche oder ginge auch mit Alfred. Für die eine Funktion, die ich wirklich genutzt habe, war mir Raycast zu teuer. Bräuchte ich den ganzen Umfang, würde ich eher zu Alfred greifen.

Kostenlos reicht der Verlauf drei Monate zurück. Für mehr brauchen Sie Pro für 10 US-Dollar im Monat, Raycast rechnet nur in Dollar ab. Und die aktuelle Fassung läuft nur auf Macs mit Apple Silicon und macOS 26 Tahoe.

6. Spotlight-Zwischenablage

Spotlight in macOS Tahoe 26 mit den Schnellzugriffen für Apps, Dateien, Aktionen und Zwischenablage
Bild: Apple, Newsroom

Seit macOS 26 Tahoe hat der Mac einen eigenen Verlauf in Spotlight. Spotlight öffnen, Command-4 drücken, und Sie sehen, was Sie zuletzt kopiert haben: Texte, Bilder, Links und Dateien. Das kostet nichts und muss nicht installiert werden. Schön, dass jetzt auch alle, die keine Apps installieren wollen, einen Verlauf haben.

Mich überzeugt er trotzdem nicht. Die Funktionen sind mir viel zu begrenzt. Vor allem hat der Verlauf bei mir nie richtig zuverlässig funktioniert. Manchmal fehlten Einträge, und das nervt besonders. Was nicht zuverlässig funktioniert, nutzt man nicht. Mit der nächsten macOS-Version gebe ich ihm vielleicht noch eine Chance.

Stand heute empfehle ich Spotlight nur, wenn Sie kein Geld ausgeben wollen und den Verlauf nur ab und zu brauchen. Wer ihn ernsthaft nutzen will, greift besser zu einer der Apps weiter oben. Und wie bei jedem Verlauf gilt: Apple weist selbst darauf hin, dass dort auch sensible Daten landen können.

Häufige Fragen

Brauche ich überhaupt noch einen Clipboard-Manager?

Wenn Sie nur ab und zu etwas Kopiertes zurückholen, kommen Sie seit macOS 26 Tahoe mit Spotlight aus. Mir war der Verlauf dort allerdings zu unzuverlässig. Sobald Sie Sammlungen, Textbausteine oder den Abgleich mit iPhone und iPad möchten, lohnt sich eine eigene App.

Landen auch Passwörter im Verlauf?

Das kann passieren. Die Apps schützen unterschiedlich: Alfred ignoriert bekannte Passwort-Apps und als vertraulich markierte Inhalte. Bei Paste legen Sie Regeln für sensible Apps fest, bei PastePal stellen Sie die Ignore-Einstellungen ein. Mein Rat: Schließen Sie Ihren Passwortmanager in jedem Fall selbst aus.

Welcher Clipboard-Manager ist kostenlos?

Maccy als Open-Source-Version, der Verlauf in Raycast mit bis zu drei Monaten und Spotlight ab macOS 26 Tahoe. PastePal können Sie kostenlos laden, Pro kostet einmalig 17,99 €.

Abo oder Einmalkauf?

Wer kein Abo will, nimmt PastePal Pro für einmalig 17,99 €. Das ist meine Empfehlung. Das Alfred Powerpack kostet einmalig 34 £, Paste als Lifetime-Lizenz 99,99 €. Maccy ist kostenlos, im App Store zahlen Sie 9,99 € als Unterstützung.

Gibt es Paste auch bei Setapp?

Ja. Paste für den Mac ist im Setapp-Abo ohne Aufpreis enthalten. Für iPhone und iPad brauchen Sie einen Setapp-Tarif, der iOS-Geräte einschließt.